Projekttage der Primarschule Nussbaumen 23/24

Die Schulkinder und wir Lehrpersonen blicken zurück auf vier gelungene Projekttage.

Unsere Schulleiterin hat im Seebachtal nach Möglichkeiten für Arbeitseinsätze für unsere Kinder gesucht, mit verschiedenen Betrieben und der Stiftung Seebachtal Kontakt aufgenommen und vier spannende Projekte organisiert.

Wir waren im Seebachtal unterwegs, bekamen vielfältige Einblicke in Betriebe, Arbeitsgebiete und Berufsgruppen und durften Arbeitseinsätze leisten. Die Kinder waren äusserst motiviert und haben tatkräftig zugepackt und begeistert mitgearbeitet. Alle Anbieterinnen und Anbieter waren ausgezeichnet vorbereitet und haben ihre Programme dem Alter der Kinder, den saisonalen Begebenheiten und dem regnerischen Wetter angepasst.

Die Kinder aller Jahrgangsstufen und das Lehrerteam waren begeistert. Jede Stufe hatte andere Erlebnisse. Ich war mit den Knaben der 3. Klasse und mit allen Kindern der 4., 5. und 6. Klasse unterwegs.

Bei der Familie Ammann des Bauernbetriebs Seebachtal-Saisonal in Hüttwilen erfuhren wir, was auf den Feldern angebaut wird, wie produziert wird und wer alles auf dem Hof lebt und arbeitet. Wir durften auf dem Feld jäten, Setzlinge setzen und im Treibhaus mithelfen. Über Mittag wurden wir grosszügig eingeladen zu Grilladen und Kartoffelsalat und die Kinder durften an einem Quiz teilnehmen. Die Preise waren sehr attraktiv, es gab Kartoffelsalat im Glas, Äpfel und eine saisonale Gemüsekiste zu gewinnen. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Familie Ammann liess uns das Regenwetter vergessen und wir kehrten glücklich und zufrieden zur Schule zurück.

Mehr Wetterglück hatten wir im Forst. Der Förster Stefan Botlang holte uns in der Schule ab und wir fuhren mit den Velos in den Wald oberhalb von Nussbaumen. Herr Botlang erzählte uns von seinem Beruf als Förster und von den Tieren und Pflanzen in diesem Waldstück und führte uns dann zu einer Stelle, an der Tannen gefällt wurden. Wir durften zusehen, wie die Bäume gefällt wurden und bekamen Werkzeug, um dabei zu helfen, die Äste abzusägen, an den Waldrand zu tragen und nach ihrer Grösse zu stapeln. Das schönste Tannenkries wurde für Blumenläden zusammengebunden, um daraus Adventskränze zu binden. Die Kinder haben tatkräftig mitgeholfen. Am Feuer haben wir unsere Würste gegrillt und sind müde, aber fröhlich zurückgekommen.

An unserem dritten Projekttag waren wir mit Sara Bangerter von der Stiftung Seebachtal unterwegs im Riedt. Sie erzählte uns von den Zielen der Stiftung und von ihrer Arbeit und zeigte uns, wie junge Weidensträucher aussehen, denn diese mussten wir finden und mit passendem Werkzeug ausreissen. Dazu war Teamwork nötig, da die Weide enorm kräftige Wurzelstränge ausbildet und sich ihr Wurzelsystem vor allem in die Breite erstreckt. Es regnete in Strömen, der Wind war eiskalt und kräftig und wir waren dem Wetter schutzlos ausgesetzt. So standen wir im Sumpf und arbeiteten uns tapfer Stück für Stück vor, doch nach der Hälfte der Zeit waren wir durchfroren und mussten die Arbeit abbrechen. Wir fuhren zur Ruine Helfenberg, machten ein Feuer und assen unsere Würste schon um zehn anstatt um zwölf Uhr, dann fuhren wir zurück und wärmten uns bei Gesellschaftsspielen im Schulhaus wieder auf.

Der letzte Projekttag führte uns nach Stammheim zum Betrieb von Bio Rathgeb. Wir wurden durch den Betrieb geführt und waren beeindruckt von der Grösse, der Logistik, den Maschinen und Traktoren, von den vielen Lastwagen und von der Menge an Arbeitskräften, Feldern und Treibhäusern. Weil es auch an diesem Tag regnete, durften wir in einer Halle arbeiten. Wir füllten immer zwölf Gurken in ein Kistchen und beklebten jede einzelne Gurke mit einem Kleber mit dem Bio-Signet. Dass dies in Handarbeit geschieht, wusste ich bis dahin nicht. Die Kinder waren mit Eifer bei der Arbeit und wollten möglichst viele Paletten füllen. Wir schafften 13 Paletten, was nach unserer Berechnung 9360 einzelnen Gurken entspricht.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für die engagierten und sympathischen Menschen, die unseren Kindern diese eindrücklichen Erlebnisse und bleibenden Erinnerungen ermöglicht haben.

Im Namen der Primarschule Nussbaumen

Brigitte Meister